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4. Petrus und Johannes suchen den Leichnam (20.4.2020)


Sonntag: ca. 7.30 – 8.30 Uhr

Da beeilten sich Petrus und der andere Jünger, um möglichst schnell zum Grab zu kommen. Gemeinsam liefen sie los, aber der andere war schneller als Petrus und kam zuerst dort an. Ohne hineinzugehen, schaute er in die Grabkammer und sah die Leinentücher dort liegen. Dann kam auch Simon Petrus. Er ging in das Grab hinein und sah ebenfalls die Leinentücher zusammen mit dem Tuch, das den Kopf von Jesus bedeckt hatte. Es lag nicht zwischen den Leinentüchern, sondern zusammengefaltet an der Seite. Jetzt ging auch der andere Jünger, der zuerst angekommen war, in die Grabkammer. Er sah sich darin um, und nun glaubte er, dass Jesus von den Toten auferstanden war. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie die Heilige Schrift noch nicht verstanden, in der es heißt, dass Jesus von den Toten auferstehen muss. Danach gingen die beiden Jünger nach Hause zurück.

Johannes 20, 3 – 10  Hoffnung für alle

 


 

Petrus und der andere Jünger (Johannes, der Autor) liefen zum Grab, nachdem sie durch den Bericht vom weggerollten Stein gehört hatten. Johannes war einiges jünger und somit fitter als Petrus und war schneller beim Grab. Wie wäre es dir ergangen, wenn du im Kreis der Jünger gewesen wärst und die Nachricht gehört hättest? Ich bin ein skeptischer Mensch, gerne verschaffe ich mir Gewissheit. Oft spielt es auch eine Rolle, wer mir etwas erzählt. Vielleicht wäre ich wegen meiner Skepsis nicht gerannt wie die beiden Jünger, sondern nur geschlendert. Wo erwarte ich Gottes Wirken, und wo erkläre ich Dinge vorschnell anders?

Johannes traf also zuerst beim Grab ein und sah von aussen die Leinentücher. Es ist nicht klar, weshalb er nicht hinein ging. Einige gehen davon aus, dass die Tücher in der ursprünglichen Form waren, als würde Jesus noch drin liegen. Hat ihn dies verängstigt? Oder war es Respekt vor den Toten, den wir ja auch kennen? Vielleicht liess Johannes auch einfach dem älteren Petrus den Vortritt.

Ganz anders Petrus. Sobald er ankam, ging er hinein. Petrus, ein Mann mit Format und Autorität, aber auch mit Hang zu unüberlegtem Handeln und Reden, zögerte nicht. Das Tuch, dass das Gesicht von Jesus bedeckte, war zusammengelegt. Das zusammengelegte Tuch hat die Jünger wohl darauf schliessen lassen, dass der Leichnam nicht gestohlen wurde. Jemand der einen Leichnam stielt, aus welchem Grund auch immer, würde kaum die Tücher abnehmen und das Gesichtstuch zusammenlegen. Wärst du zögerlich und respektvoll wie Johannes, oder mutig und ungestüm wie Petrus?

Jesus hat immer wieder von dem bevorstehenden Tod und der Auferstehung gesprochen, eine der Ankündigungen löste sogar einen Streit mit Petrus aus (Mt. 16,22). Dachten die Jünger beim Hören der Nachricht von Maria an die Jesusworte oder «nur» an einen möglichen Leichendiebstahl? Im Text lesen wir nicht, was Petrus dachte. Johannes jedoch ging hinein, und begann an die Auferstehung zu glauben.

Weder die Reden von Jesus noch die den Jüngern bekannten entsprechenden Stellen im Alten Testament konnten den Glauben an die Auferstehung bewirken. Wie geduldig und nachsichtig ist Gott, der seine Menschen kennt und ihnen vielseitige Hinweise und zuletzt die Tücher in einer Art präsentiert, die den Jüngern keine Zweifel lassen.

Wäre diese Szene in der heutigen Zeit passiert, hätten wir wohl jemandem angerufen, nachdem wir alles mit dem Handy fotografiert und gefilmt hätten. Die Jünger gingen nach diesen Entdeckungen nach Hause. Sind sie ebenfalls gerannt? Haben sie geschwiegen oder diskutiert? Manchmal wünscht man sich als Leser mehr Informationen. Doch die wichtigste Information liegt vor: Jesus ist auferstanden.

 


Andi Hasler (34)
Ich wohne im schönen Aargau und arbeite in der Streetchurch in Sozialberatung & Top4Job.

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