LOVE CAN DO IT

29. Rückblick und Ausblick (19.5.2020)


40 Tage nach der Auferstehung

Verehrter Theophilus! In meinem ersten Bericht habe ich von allem geschrieben, was Jesus getan und gelehrt hat, und zwar von Anfang an bis zu seiner Rückkehr zu Gott. Bevor aber Jesus in den Himmel aufgenommen wurde, sprach er noch mit den Männern, die er als seine Apostel berufen hatte. Geleitet vom Heiligen Geist gab er ihnen Anweisungen für die Zukunft. Diesen Männern hat er sich auch nach seinem Leiden und Sterben gezeigt und ihnen zahlreiche Beweise dafür gegeben, dass er tatsächlich auferstanden ist. Während vierzig Tagen sahen sie ihn immer wieder, und er redete mit ihnen über Gottes Reich. Als sie an einem dieser Tage miteinander aßen, wies Jesus seine Jünger an: »Verlasst Jerusalem nicht! Bleibt so lange hier, bis in Erfüllung gegangen ist, was euch der Vater durch mich versprochen hat. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden, und das schon bald.«
Bei dieser Gelegenheit fragten sie ihn: »Herr, ist jetzt die Zeit gekommen, in der du Israel wieder zu einem freien und mächtigen Reich machst?« Darauf antwortete Jesus: »Die Zeit dafür hat allein Gott, der Vater, in seiner Macht bestimmt. Euch steht es nicht zu, das zu wissen. Aber ihr werdet den Heiligen Geist empfangen und durch seine Kraft meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa, in Samarien und überall auf der Erde.« Nachdem er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen in den Himmel emporgehoben. Eine Wolke verhüllte ihn, und sie sahen ihn nicht mehr. Noch während sie wie gebannt zum Himmel schauten und Jesus nachblickten, standen auf einmal zwei weiß gekleidete Männer bei ihnen. »Ihr Galiläer«, sprachen sie die Jünger an, »was steht ihr hier und starrt nach oben? Gott hat Jesus aus eurer Mitte zu sich in den Himmel genommen; aber eines Tages wird er genauso zurückkehren, wie ihr ihn gerade habt gehen sehen.«

Apostelgeschichte 1,1–11  Hoffnung für alle

 


 

An Auffahrt erinnern wir uns, dass Jesus nach seiner Auferstehung zu seinem Vater zurückgekehrt ist. Sein Leben auf der Erde ist zu Ende – und fängt gleichzeitig neu an. Jesus hat den Jüngern mehrfach versprochen, dass er sie nicht allein zurücklassen, sondern den Vater bitten werde, ihnen einen «anderen Helfer» zu schicken, (das griechische Wort, das da im Urtext steht – Paraklet – ist nicht leicht zu übersetzen). Dieser Helfer, wird den Jüngern beistehen, sie leiten und trösten und er wird in ihnen leben und für immer bei ihnen sein. Nur einen Vers später identifiziert sich Jesus dann selbst mit diesem «Helfer» und sagt klipp und klar, dass er wieder zu den Jüngern zurückkommen wird. (Joh 14,16–18) Lukas, der schon das nach ihm genannte Evangelium verfasst hat, ist es ein Anliegen, genau diese Geschichte zwischen den Jüngern und dem auferstandenen Jesus, der als Paraklet bzw. im Heiligen Geist bei ihnen bleibt, weiter zu erzählen. Darum schreibt er die Apostelgeschichte. Dabei ist es Lukas wichtig, nochmals zurückzublicken, auf die bewegenden Tage nach der Auferstehung, als Jesus sich seinen Anhängern immer wieder zeigte, über die neue Welt Gottes redete und ihnen den Heiligen Geist verhiess. Die Reaktion der Jünger macht deutlich, dass sie – einmal mehr – Jesus nicht ganz folgen konnten. Sie interessierte weniger, was es mit dem Heiligen Geist auf sich hatte. Was sie brennend interessierte, war die Frage, wann Jesus endlich sein mächtiges Reich in dieser Welt aufbauen würde. Jesus weisst ihre Frage ab und zieht ihre – und unsere – Aufmerksamkeit wieder auf den Heiligen Geist. Dieser Geist, der in ihnen – und uns – lebt, verleiht die Kraft und die leidenschaftliche Dynamik, in dieser Welt zu erzählen, wer Jesus ist und was er für uns getan hat. Es geht Jesus darum, dass er mit uns – durch seinen Geist in uns – in dieser Welt weiterhin präsent sein will. Darum auch sollen die Jünger nicht weiter Jesus nachstarren: «Ihr Galiläer», sprechen die Männer in Weiss sie an; auf den ersten Blick irritierend, dass die himmlischen Boten die Jünger mit ihrer Herkunft anreden, doch auf den zweiten Blick wird klar warum: «Ihr, die ihr aus Galiläa kommt, dorthin gehört ihr, geht und erzählt von dem, was ihr erlebt habt mit Jesus! Geht und macht, was er euch gesagt habt, bis er wieder so zurückkommen wird, wie ihr ihn habt gehen sehen.» Wann das sein wird, soll nicht unsere Sorge sein; egal wie gross die Krisen in dieser Welt auch sein mögen. Unsere Aufgabe bleibt sich immer gleich, zu allen Zeiten für alle, die Jesus nachfolgen:
Zeugen zu sein; mit Worten und Taten, die ihn repräsentieren.

 


Markus Giger (52)
ich bin stolzer Vater von zwei erwachsenen Kindern, tendenziell visionär überhitzend; daher umso glücklicher über Sibylle, die mich immer wieder verständnisvoll begleitet hinterfragt. Gemeinsam entdecken wir Europa, wo sich Kultur, Kulinarik und Natur begegnen.
Seit den Anfängen baue ich leidenschaftlich an der Streetchurch mit.

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