LOVE CAN DO IT

27. Nachfolge: Eine Reise ohne Versicherung (16.5.2020)


In der Zeit bis Auffahrt; während der folgenden 32 Tagen

Ich sage dir die Wahrheit: Als du jung warst, hast du dir selbst den Gürtel umgebunden und bist gegangen, wohin du wolltest. Im Alter aber wirst du deine Hände ausstrecken; ein anderer wird dir den Gürtel darumbinden und dich dorthin führen, wo du nicht hingehen willst.« Damit deutete Jesus an, durch welchen Tod Petrus einmal Gott ehren würde. Dann forderte Jesus ihn auf: »Folge mir nach!»

Johannes 21,18–19  Hoffnung für alle

 


 

«Folge mir nach!» Es sind die gleichen Worte, die Petrus in der ersten Begegnung von Jesus gehört hatte, die er wieder in seinem letzten Gespräch mit dem Auferstandenen hört: «Folge mir nach!» Was hat Jesus gemeint, als er Petrus aufforderte, ihm nachzufolgen? Und auf welche Reise wollte er ihn mitnehmen?
Petrus sollte alles verlassen um ihm nachzufolgen, ohne genauere Angaben, wo diese Reise hinführen wird. Die einzige Angabe zur Destination von Petrus, welche Johannes in diesen Versen macht ist, dass die Jesusnachfolge von Petrus im Tod enden wird.
Tönt dieses «Gehorsam sein, Jesus mehr dienen als sich selbst, Opfer bringen, Hingabe leben, Jesus nachahmen» nicht grausam? Dieses «Folge mir nach!» – «Zviil!» – im negativsten Sinne des Wortes.
Nicht so für Petrus. Er hat sein Leben durch diesen Christus erst richtig gefunden.
Irgendwie irre für uns, dass Petrus sich darauf einlässt. Doch die Beziehung von Jesus zu seinen Jüngern, die scheint ausserordentlich zu sein.
Als Nachfolger oder Jünger bezeichnet zu werden, bedeutet eine persönliche und lehrreiche Beziehung mit dem Lehrer selbst zu haben. Lernen den Lehrer nachzuahmen und die Welt mit seinen Augen zu sehen, mit seinem Herzen zu fühlen.
Aus der Erzählung der Evangelien können wir daraus schliessen, dass die Jünger, und im speziellen Petrus, eine tiefgreifende und vertrauensvolle Liebe zu Jesus erfuhren. Dieser Jesus liess sie nie im Stich. Nicht einmal der Tod konnte ihn davon abhalten nochmals zu ihnen zurückzukommen. Jesus, der den Kreuzestod aus Liebe ertrug, der Auferstandene, er ruft Petrus in seine Nachfolge. Wie könnte er anders als Ja sagen? Nicht nur Petrus, auch wir sind gerufen.

Ich erinnere mich noch gut, als Jesus mich «gerufen» hat. Vor etwa drei Jahren bekam ich ein tolles Jobangebot, ich dachte mir: «Yes, endlich kann ich bei einem tollen Job mein eigenes Geld verdienen.» Aber es beschlich mich eigentlich völlig unverständlich der Gedanke: «Nein, nein Damaris, jetzt ist es noch nicht Zeit. Jesus hat etwas Besseres geplant.» Was? Etwas Besseres, als eigenes Geld zu verdienen und endlich auszuziehen? Damals hatte ich plötzlich den Eindruck, dass ich für ein halbes Jahr an eine Jüngerschaftsschule im Ausland gehen sollte. Aber ich fand dies ein ganz schlechter Zeitpunkt. Was würden meine Eltern und meine Freunde denken, wenn ich diesen Job plötzlich ablehnen und ins Ausland gehe würde? Da war sie, meine Vernunft: Ich muss doch Geld verdienen und Berufserfahrung sammeln. Aber der Gehorsam hat gewonnen. Ich habe in dieser Situation gelernt, Jesus zu vertrauen und ihm nachzufolgen. Egal, wohin er mich führt.
Einfach war es nicht, aber es hat sich gelohnt und noch heute spüre ich die Freiheit, welche mir das Nachfolgen von Jesus in diesem Einsatz geschenkt hat. Was wurde in dieser bewussten Zeit der Nachfolge in mir am meisten gestärkt? Die Liebe zu diesem Jesus – der sein Leben am Kreuz gegeben hat und uns auch heute noch zuruft: «Komm folge mir nach.»

Wie schaffte es Petrus nur, dieser Aufforderung durch Jesus zu folgen?
Wahrscheinlich widersprach der Verstand und die Vernunft von Petrus ihm oft und vielleicht quälte er sich auch mit dem Gedanken, was andere wohl über ihn denken würden, wenn er Jesus blind nachfolgt. Wahrscheinlich hatte er zwischendurch Ängste. Vielleicht wünschte sich Petrus zwischenzeitlich auch einfach das gewöhnliche Fischer-Dasein zurück. Wahrscheinlich hatte er genug von der endlosen Verfolgung und den Gefängnisaufenthalten aufgrund seines Glaubens. Sehnte sich nach 0815-Mainstream.

Wir sind eingeladen Jesus zu vertrauen, auch wenn wir seine Pläne für unser Leben nicht immer verstehen. «Komm, folge mir nach!» Im Wissen, dass das Leben schmerzhaft sein kann und wir nicht genau wissen wie unser Weg verläuft, gilt für uns die Zusage, dass wir mit ihm sein dürfen, heute und in Ewigkeit.

Und falls du jetzt noch etwas mehr darüber nachdenken willst, dann inspirieren dich vielleicht diese Fragen:
Lässt du dich von Jesus in die Nachfolge rufen?
Wo verspürst / verspürtest du, dass du einen konkreten Schritt der Nachfolge gemacht hast?
Was ist dein nächster Schritt in der Nachfolge?

 


Damaris Annina Schork (25)
Ich glaube an Jesus und beste Freunde. Ich liebe das Leben und Sonnenschein und freue mich über die Möglichkeit, mein Praktikum in der Streetchurch zu machen.

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