LOVE CAN DO IT

25. Gemeinschaft mit Jesus – alles bleibt gleich und ist doch ganz anders (14.5.2020)


In der Zeit bis Auffahrt; während der folgenden 32 Tagen

Die anderen Jünger waren noch etwa hundert Meter vom Ufer entfernt. Sie folgten Petrus mit dem Boot und zogen das gefüllte Netz hinter sich her. Als sie aus dem Boot stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer, auf dem Fische brieten. Auch Brot lag bereit. Jesus bat die Jünger: »Bringt ein paar von den Fischen her, die ihr gerade gefangen habt!« Simon Petrus ging zum Boot und zog das Netz an Land. Es war gefüllt mit 153 großen Fischen. Und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. »Kommt her und esst!«, sagte Jesus. Keiner von den Jüngern wagte zu fragen: »Wer bist du?« Aber sie alle wussten: Es ist der Herr. Jesus ging auf sie zu, nahm das Brot und verteilte es an sie, ebenso die Fische. Dies war das dritte Mal, dass Jesus sich seinen Jüngern zeigte, nachdem er von den Toten auferstanden war.

Johannes 21,8–14  Hoffnung für alle

 


 

Diese dritte Begegnung zwischen Jesus und seinen Jüngern gefällt mir besonders gut. Sie steht für mich einerseits unter dem Motto: «Gewisse Dinge ändern sich nie». Die Jünger kehren zu ihrem Beruf zurück und gehen fischen. Jesus braucht ein Wunder, um sich erkenntlich zu machen. Petrus, impulsiv wie immer, springt ins Wasser, um schnell bei Jesus zu sein und lässt seine Kollegen mit dem Boot und den ganzen schweren Fischen allein zurückrudern. Gleichzeitig ist diese Geschichte aber auch ganz anders als all die anderen Begegnungen, welche wir aus den biblischen Berichten kennen. Zunächst einmal sind da keine Menschenmassen, die Jesus bedrängen. Auch verzichtet Jesus darauf, seine Jünger zu lehren und sie mit seinen Aussagen ins Nachdenken oder sogar ins Schwitzen zu bringen. Und zu guter Letzt erhalten die Jünger nicht einmal eine Aufgabe, die sie ausführen sollen.

Diese Begegnung lebt von der Einfachheit eines gemeinsamen Frühstücks am See. Gemeinschaft, um der Gemeinschaft willen. Bis auf den Gedanken, zum Frühstück Fisch essen zu müssen, finde ich diese Vorstellung, zusammen mit Jesus ein gemütliches Frühstück am See zu geniessen, wunderbar. Jesus begrüsst die Jünger, verteilt ihnen Brot und Fisch und so sitzen sie da, essen und sind einfach. Für mich widerspiegelt diese Begegnung das Wesen Gottes. Er IST Gemeinschaft und er liebt nichts so sehr, als uns daran teilhaben zu lassen. Und darum lädt er uns ein, Gemeinschaft mit ihm zu haben. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch eine Sehnsucht nach tiefer Verbundenheit und tragender Gemeinschaft in sich trägt. Dazu gehört für mich das Bedürfnis, angenommen zu sein und mich selbst sein zu können, über Tiefes zu reden oder auch einmal ohne Worte auszukommen. Lachen und mich freuen zu können, aber auch weinen und wütend sein zu dürfen. Es ist die Sehnsucht nach einer Gemeinschaft, in der ich ankommen und aufatmen darf, eine Gemeinschaft, in der ich nach Hause komme. Wo solche tiefe, tragende Gemeinschaft unter Menschen gelebt wird, da ist Jesus mittendrin. Und wo solche Gemeinschaft fehlt und vermisst wird, da möchte Jesus uns das Bewusstsein schenken, dass er trotzdem präsent ist. Er ist der «ich-bin-da-Gott», der dich und mich einlädt, mit seiner Gegenwart zu rechnen und mit ihm Gemeinschaft zu haben. Zum Beispiel bei einem Frühstück am See.

 


Micha Pfaehler (29)
Ich liebe dynamische Gemeinschaft, gute Bücher, sportliche Herausforderungen und asiatisches Essen.

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