LOVE CAN DO IT

23. Glauben ohne zu sehen (12.5.2020)


Eine Woche später – Sonntag, evtl. abends

Acht Tage später hatten sich die Jünger wieder versammelt. Diesmal war Thomas bei ihnen. Und obwohl sie die Türen wieder abgeschlossen hatten, stand Jesus auf einmal in ihrer Mitte und grüsste sie: «Friede sei mit euch!» Dann wandte er sich an Thomas: «Leg deinen Finger auf meine durchbohrten Hände und sieh sie dir an! Gib mir deine Hand und leg sie in die Wunde an meiner Seite! Zweifle nicht länger, sondern glaube!» Thomas antworte: «Mein Herr und mein Gott!» Da sagte Jesus: «Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Wie glücklich können sich erst die schätzen, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!»

Johannes 20,26–29  Hoffnung für alle

 


 

Beim Lesen dieser Verse, sind mir ein paar Gedanken und Erinnerungen gekommen, die ich mit euch teilen möchte.
«Ich bin mit euch.» Eigentlich sagte Jesus das zu Thomas, als er mit ihm redete, weil Thomas erst dann an die Auferstehung Jesu glauben konnte, als er seine durchbohrten Hände sah, es mit seinen Fingern fühlte und seine Hand in die Wunde an Jesu Seite legte.
Auch wenn wir Jesus nicht mehr als Mensch vor uns stehen haben, traut er es uns zu, dass wir an ihn glauben können.
Dass er uns das zutraut wird in den Veränderungen unseres Lebens häufig erfahrbar. Und so auch bei mir: Am Anfang hat mein Leben schlecht ausgesehen und es war schmerzhaft, weil vieles in die Brüche ging. Es war so, wie als Jesus sagte, dass beim Tempel kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Zerrüttet. Chaos.
Heute denke ich es musste so sein in meinem Leben, damit Jesus etwas Neues aufbauen konnte. Ich fing an zu «sehen» und zu spüren wie er das Neue am Aufbauen ist. In meinem Leben war nicht nur eine Baustelle, sondern mehrere und ich glaube es wird noch einige weitere Baustellen geben.
Jesus zeigt sich für mich auch noch ganz anders: Vor ein paar Tagen, in der Nacht von Donnerstag auf Karfreitag ging ich ins Bett. Meine Freundin schlief schon. Plötzlich fing sie an im Schlaf zu reden und ich sprach mit ihr.
Sie sagte zu mir: «Was möchtest du ihn fragen?»
Ich fragte: «Wen meinst du?»
Sie meinte: «Gott»
Wir führten ein herrliches Gespräch, es war freudig, wir lachten, hatten weise Einsichten, es war lehrreich und dauerte sicher eine Stunde. Am nächsten Morgen als ich sie darauf ansprach, konnte sich meine Freundin an nichts mehr erinnern.
Wenn wir an Jesus glauben, dann werden wir ihn «sehen» manchmal am Tag, manchmal in der Nacht. Im Schmerz wie auch in der Freude. Dann, wenn er es will.

 


Gianluca D`Angelo (29)
Ich bin in der Streetchurch seit Oktober 2017.
Ich gehe gerne in die Tiefe, bin ehrlich und häufig fröhlich.

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