LOVE CAN DO IT

17. Friede sei mit euch! (5.5.2020)


Sonntagabend: Nach 20.30 Uhr

Noch während sie berichteten, stand Jesus plötzlich mitten im Kreis der Jünger. »Friede sei mit euch!«, begrüßte er sie. Die Jünger erschraken und fürchteten sich sehr. Sie dachten, ein Geist stünde vor ihnen. »Warum habt ihr solche Angst?«, fragte Jesus. »Wieso zweifelt ihr daran, dass ich es bin? Seht doch die Wunden an meinen Händen und Füßen! Ich bin es wirklich. Hier, fasst mich an und überzeugt euch, dass ich kein Geist bin. Geister sind doch nicht aus Fleisch und Blut wie ich!« Dann zeigte er ihnen seine Hände und Füße.

Lukas 24,36–40  Hoffnung für alle

 


 

Ist euch aufgefallen, dass die ersten Worte von Jesus, als er den Jüngern erscheint «Friede sei mit euch» sind? Noch bevor er sie fragt, was ihnen Angst macht oder sie nach ihren Zweifeln fragt, gibt Jesus einen Zuspruch: «Friede sei mit euch!». Und er lässt es nicht dabei bestehen. Seinem Zuspruch folgen praktische Taten. Er erlaubt den Jüngern ihn anzufassen, damit sie sich überzeugen können, dass er kein Geist ist. Wow, was für ein Gott der unsere Ängste und Zweifel ernst nimmt und sie nicht kleinredet. Der uns zuspricht: «Friede sei mit euch!».
Vor 10 Jahren absolvierte ich ein Praktikum in einem Kinderheim. Ein Mädchen auf unserer Wohngruppe hatte schreckliche Angst vor Gewittern und konnte nicht schlafen, wenn ein Gewitter tobte. Ihre Bezugsperson fragte sie einmal, was denn ihre Mutter zu Hause getan hat, wenn ein Gewitter tobte. Sie wollte wissen, was dem Mädchen vielleicht helfen könnte, sie zu beruhigen. Doch das Mädchen antwortete nur: «Sie löschte das Licht in meinem Zimmer, schloss die Tür und meinte, das sei doch alles kein Problem. Ich solle nicht so tun.» Auch heute noch, stimmt mich diese Geschichte nachdenklich. Welche Ängste musste dieses Mädchen wohl während Gewitternächten alleine in ihrem Zimmer bekämpfen? Anstatt ihre Ängste ernst zu nehmen, wurde sie von ihrer Mutter alleine gelassen. Ich bin sicher, ihre Mutter tat es nicht böswillig. Sie wusste es nur nicht besser. Und dennoch hinterliess es tiefe Spuren im Leben dieses Mädchens.
Wie gut, dass Jesus anders reagiert. Seine Jünger sind verängstigt und Jesus nimmt ihre Ängste ernst. Kein «tut doch nicht so». Kein «das ist doch alles kein Problem». Jesus nimmt ihre Ängste weg indem, er seinen Jüngern erlaubt ihn zu berühren. Er wendet sich ihnen zu. Und auch dir und mir wendet, sich Jesus in unserer Angst zu. Jesus spricht auch zu uns: «Friede sei mit euch!»

 


Stephi Nussbaumer (30)
Nach meinem Praktikum im Kinderheim, arbeitete ich 3 Monate lang freiwillig in einem Waisenheim in Südafrika. Es war das erste Mal, dass ich in Afrika war. Ein Teil meines Herzens gehört seither diesem wunderbaren Kontinent.
Nun 10 Jahre später, werde ich Ende Juli 2020 für ein Jahr zurück nach Südafrika gehen.

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