Gesichter und Geschichten
Menschen in der Streetchurch. Khamas, Sabrina, Marko, Dina, Saymon und Dorentin erzählen von ihren Erlebnissen und ihrer Geschichte.


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Seit 15 Jahren
arbeitet die Streetchurch
im Kreis 4 unter dem Motto
«Love can do it»

Gesichter und Geschichten

Fotos: Sarah Urech (www.sarah-urech.ch)

«Ich wurde mit offenen Armen empfangen.»

«Vor etwa sechs Jahren kam ich zur Streetchurch. Ich durchlebte gerade eine schwierige Phase in meinem Leben. Keine Arbeit, keine Wohnung, aber auch seelische und psychische Nöte.
Ich wurde mit offenen Armen empfangen. Man half mir, Schritt für Schritt meinen Weg zu finden und zeigte mir, durch welche Türen ich gehen musste. Ich fand einen Job und begann eine Weiterbildung. Nun führte mich ein anderer Grund wieder in die Streetchurch: Ich brauche Gemeinschaft im Glauben. In den Grow Sessions wird für mich ein einfacher, aber richtiger Glauben gelebt.
Wenn ich mit etwas nicht klarkomme, dann ist die Streetchurch für mich immer noch die erste Anlaufstelle. Für mich, und ich denke auch für viele andere, sind die Leute im Team wie Ersatz-
eltern oder grosse Geschwister, zu denen man gehen kann und die sich um einen kümmern.»

Khamas (32)

«Ich hatte immer wieder von dieser Streetchurch gehört. Nun war ich auf der Suche nach einem Ort, wo ich mich investieren konnte. Als ich dann das erste Mal in einer Grow Session war, staunte ich nicht schlecht: die Vielfalt an Menschen, die Offenheit und Wertschätzung füreinander und die stylisch schön eingerichteten Räume. Dies alles berührte mich sehr und ich fühlte mich sofort wohl. Mir war schnell klar, dass ich gerne
ein Teil der Streetchurch sein möchte.
An den Grow-Session-Abenden teilt man Leben mit Menschen und Gott. Ein leckeres Nachtessen, die Gespräche, sehr bewegende Lobpreiszeiten und Inputs – da kann ich auftanken und gleichzeitig auch etwas weitergeben.
Die Begegnungen mit Menschen mit den unterschiedlichsten Biografien sind sehr bereichernd und herausfordernd zugleich. Es ist eindrücklich zu sehen, wie Versöhnung gelebt wird und Menschenleben dank der Streetchurch positiv verändert werden. Seit einem halben Jahr helfe ich regelmässig an der Kaffeebar. Es ehrt mich, ein Teil der Streetchurch zu sein und macht mir Freude, einen Beitrag zum Gelingen dieser Abende zu leisten.»

Sabrina (34)

«Es ist eindrücklich zu sehen, wie Versöhnung gelebt wird und Menschenleben dank der Streetchurch positiv verändert werden.»

«Jeder Tag ist eine Chance um etwas zu erreichen.»

«Nach meinem Lehrabbruch war ich ein fauler Sack. Ich hatte keine Tagesstruktur mehr, wusste nicht mehr wie weiter und wohin. Ich bekam nur noch Absagen. Meine Schwester hat mich dann auf das Top4Job-Inserat hingewiesen. Eigentlich erwartete ich einen normalen Arbeitsplatz – ich hatte keinen Plan, was ein Arbeitsintegrationsprogramm ist. Aber ich fand schnell Gefallen daran. Ich kann schulisch vieles wiederholen und aufarbeiten. Die Hilfe beim Bewerbungenschreiben hilft mir sehr. Es tut mir auch gut, unter Leuten zu sein. Auch die Arbeit gefällt mir… naja bis auf Küchenreinigungen.
Mir gefällt die Offenheit und wie ich unterstützt werde in der Streetchurch. Auch nach einem erneuten Jobverlust kehrte ich wieder zur Streetchurch zurück, um sofort wieder dran zu bleiben. Jeder Tag ist eine Chance, um etwas zu erreichen, egal was am Vortag passiert ist. Immer vorwärts schauen!»

Marko (24)

«Es hat mir einfach den Ärmel reingezogen, als ich das erste Mal an eine Grow Session kam! «Schön, bisch du da.» Man begrüsste mich freundlich, war interessiert an mir. Da habe ich auch schon anderes erlebt. Ich habe mich auf Anhieb sehr wohl gefühlt… und schon bald habe ich mich hier zu Hause gefühlt, wie wenn ich schon seit Jahren dabei wäre – das habe ich so noch nie erlebt. Es ist einfach eine positive und liebevolle Atmosphäre. Ich kann auch meinen Sohn mitnehmen. An vielen Orten – gerade am Abend – stören die Kinder. Statt zum Schweigen gebracht wurden die Kinder gleich noch in den Input eingebunden – so unkompliziert. Ich lade auch gerne Leute ein mitzukommen. Die zentrale Lage macht das auch nochmals einfacher.
Der Input ist für mich sehr wichtig. Ich bin schon oft kaputt hier reinspaziert und kam mit neuer Energie wieder raus. Es ist für mich nicht anstrengend, hier zu sein – ich darf empfangen, meine Seele baumeln lassen, kann aber auch für andere da sein, wenn jemand ein Ohr, ein paar gute Worte oder eine Umarmung braucht. Das gehört einfach zur Gemeinschaft.»

Dina (38)

«Es ist einfach eine positive und liebevolle Atmosphäre.»

«Ich durfte erleben, dass, egal wie tief jemand fällt, Gott Hoffnung in ihn setzt.»

«2008 trat ich mit ein paar Freunden auf einer Bühne für Nachwuchstalente auf. Nach unserem Auftritt kam ein aufgedrehter Typ auf mich zu und fragte mich, ob ich mal Lust hätte mit ihm in der Streetchurch aufzutreten.
Ich war damals auf der Suche. Ich kannte Gott, fühlte mich zur Musik berufen, aber hatte keine persönliche Beziehung zu Gott. Am Ende meines ersten Auftritts in der Streetchurch passierte es. Ich spürte plötzlich die starke Präsenz Gottes. Es war dieser «One Touch», auf den ich gewartet hatte. Das veränderte viel in meinem Leben.
In der Streetchurch erlebe ich Gemeinschaft und kann mein gottgegebenes Talent weitergeben. Ich kann einfach ausleben, was ich gerne mache – Musik, die aus dem Herzen kommt. Ich finde es schön, dass Leute meine Musik hören, aber ein Star möchte ich trotzdem nicht sein. Durch meine Musik soll Gott zelebriert werden und nicht ich.
Ich werde auch gefordert und gefördert. So wurde ich durch mein Engagement im Songschreiben gepusht und die Zeit als ich mit Markus Gefängnisbesuche gemacht habe, hat mich viel über den Umgang mit Menschen gelehrt. Ich durfte erleben, dass, egal wie tief jemand fällt, Gott Hoffnung in ihn setzt.»

Saymon (29)

«Nach dem Abschluss der Sek konnte ich keine Lehre beginnen. Eine Freundin hat mir dann empfohlen, mich hier anzumelden. Ich kam ans Vorstellungsgespräch und durfte im Programm starten. Der Start bei Top4Job war für mich wie eine kleine Lehre beginnen zu können. Es motiviert mich und gibt mir Sinn, hier mit anderen zusammen zu arbeiten, anstatt nur vor dem Fernseher zu chillen. Neben der Arbeit lerne ich zum Beispiel, wie man eine gute Bewerbung schreiben kann. Durch diese Erfahrungen, die ich hier machen kann, hoffe ich nun, eine Lehrstelle zu finden.»

Dorentin (20)

«Der Start bei Top4Job war für mich wie eine kleine Lehre beginnen zu können.»

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